Golda

Bild des Fahrgastschiffes "Golda"

Golda

ehemals Trumpf / Schmölde / Falke

Schiffstyp: Motor-Fahrgastschiff

Baujahr: 1931

Bauwerft: Exquisitwerft Wildau

Länge: 22,24m

Breite: 3,64m

Tiefgang: 0,93m

ENI-Nummer: 05609250

Antrieb: elektrisch

1931 in Wildau als „Trumpf“ gebaut, trug sie ab 1970 den Namen „Schmölde“; ab 1992 hieß sie „Falke“, und seit 2016 im Besitz der Berliner Welle heißt sie „Golda“. 2021 wurde der Antrieb vom 1957 verbauten 3 NVD 21 auf vollelektrischen Antrieb umgerüstet.

Dieses elegante Berliner Salonschiff aus der Zeit der Weimarer Republik wurde 1931 auf der Exclusivwerft Wildau bei Berlin unter dem Namen Trumpf gebaut. Das Schiff blickt auf eine bewegte und traditionsreiche Geschichte zurück.

Am Samstag, den 13. Juni 1953, legten um 7.30 Uhr bei prächtigem Wetter die Ausflugsschiffe „Seid bereit“ und „Trumpf“ von der Jannowitzbrücke in der Berliner Innenstadt ab. Ziel war das Ausflugslokal „Rübezahl“ am Müggelsee. An Bord waren Arbeiter der VEB Industriebau, die auf der Baustelle des Krankenhauses am Friedrichshain beschäftigt waren. Bereits auf der Fahrt zum Müggelsee wurden die von der DDR-Regierung beschlossenen Normerhöhungen diskutiert. Da das mehr Arbeit für weniger Geld bedeutete, waren die Bauarbeiter empört. Sie überlegten, was zu tun sei. Bei „Rübezahl“ fiel zum ersten Mal das Wort „Streik“. Damit war der Startschuss gefallen für einen der größten Aufstände in der deutschen Geschichte. Mehr als eine Million Menschen beteiligten sich am Ende an den anti-stalinistischen Demonstrationen und Streiks. In der Folge kam es durch die Sowjetarmee zu einem der größten und blutigen Militäreinsätze der europäischen Nachkriegsgeschichte.
Das damalige Ausflugsschiff „Trumpf“ fährt heute noch über die Berliner Gewässer. Der Betriebsausflug mit den Schiffen „Seid bereit“ und „Trumpf“ war Teil der dramatischen Entwicklung.